Sicher unterwegs: der Air Bag

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12. September 2013 at 17:29  •  Posted in Sicher im Auto, Sicher im Verkehr, Sicherheitstipps, Systemcheck by  •  0 Comments

Seit einigen Jahren schon schützt der Air Bag uns bei Autounfällen. Auch wenn er natürlich nicht immer Leben retten kann, so erhöht sich aber die Chance des Überlebens. Dahinter steht eine ausgeklügelte Technik, die über die Jahre immer weiterentwickelt und verbessert wurde.

Die Erfindung des Air Bag

Air Bag im Lenkrad vor dem Auslösen

Der Air Bag auf der Fahrerseite befindet sich im Lenkrad (c) Erich Westendarp / pixelio.de

Die erste Ausführung des Air Bag wurde 1951 von einem Deutschen patentiert. Der Münchner Walter Linderer hatte die Idee und ließ sich das Patent darauf geben. Offizieller Titel des Patents war „Einrichtung zum Schutz von in Fahrzeugen befindlichen Personen gegen Verletzungen bei Zusammenstößen.“

Weiterentwicklung

Zunächst war die Idee wenig beliebt, doch als schnellere Autos entwickelt wurden, merkte man, dass man die Sicherheit erhöhen musste, da schnellere Autos auch mehr Unfälle mit dementsprechenden höheren Aufprallkräften bedeuteten. Der heute bekannte Air Bag wurde 1967 von Mercedes-Benz entwickelt und 1971 durch ein Patent gesichert. Das erste Auto in Deutschland war 1980 damit ausgerüstet. Zunächst wurde nur einer verbaut, der den Fahrer frontal schützte.

Air Bag bei einem Unfall

Air Bag Dummy Crashtest

Während eines Unfalls wird der Air Bag in Millisekunden gefüllt (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Kommt es zu einem Unfall, der einen starken Aufprall mit sich zieht, löst der Air Bag aus. Explosionsartig wird der Kunststoffsack innerhalb von Millisekunden aufgeblasen. Als Füllungsmaterial wird hier meist Luft oder Stickstoff genutzt. Es werden allerdings nicht bei jedem Unfall alle Air Bags ausgelöst. Die Stärke und der Winkel des Unfalls sind entscheidend dafür, welcher und ob ausgelöst wird.

Wird der angeschnallte Fahrzeuginsasse Teil eines Unfalls, beispielsweise ausgelöst durch einen Reifen mit zu geringem Luftdruck, der geplatzt ist, kann der Air Bag die Überlebenschance um bis zu 30 zusätzliche Prozent anheben. Eine Garantie zum Überleben ist diese Technik jedoch natürlich nicht.

Verletzungen verringern

Durch einen Air Bag sollen gerade Verletzungen im Bereich der Brust und des Kopfes abgeschwächt werden. Mit dem Verringern dieser Verletzungen kann es aber nach dem Auslösen durchaus Nebenwirkungen geben. Angesichts der Verletzungen, die ohne den Schutz entstehen würden, kann man dies aber sicherlich verkraften:

  • Hustenreiz
  • Hörsturz
  • Hautabschürfungen

Abstand zum Air Bag

Ein Air Bag schützt, aber wenn man zu nah am Lenkrad sitzt, kann die Wirkung auch daneben gehen. Deswegen gilt: Mindestens 25 Zentimeter Abstand zum Lenkrad, d.h. dass zwischen Oberkörper und Lenkrad 25 Zentimeter Platz sein sollten. Auch wenn ein Kindersitz auf dem Beifahrersitz angebracht ist, sollte man vorsichtig sein. Hier darauf achten, dass der Air Bag gegebenenfalls abgeschaltet wird. Generell sollte er bei einem rückwärtsgerichteten Kindersitz nicht aktiviert sein.

Funktionsweise des Air Bag

Bei einem Unfall wird der Air Bag vom zentralen Air Bag-Steuergerät ausgelöst. Das gesamte Air Bag-System besteht aus den folgenden drei Elementen:

  1. Air Bag-Modul: Kunststoffsack + Gasgenerator
  2. Crashsensoren: an verschiedenen Stellen, wie z.B. dem Steuergerät. Wichtige Crashsensoren sind die Beschleunigungssensoren
  3. Air Bag-Steuergerät
Air Bag nach einem Unfall

Nach dem Auslösen bleibt vom Air Bag nicht mehr als ein leerer Sack (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Die Schutzmechanismen sind mit zwei verschiedenen Systemen ausgerüstet. Zum einen gibt es die Gassensoren und zum anderen die Hybridsensoren. Bei einem Gassensor wird ein Festtreibstoff durch eine Anzündeeinheit entzündet, bei dieser Reaktion entsteht das Gas, welches in den Air Bag schießt. Die Anzündeeinheit wird aktiviert durch das Steuergerät, welches bei einem Unfall für die Auslösung des Air Bag verantwortlich ist. Bei einem Hybridsensor hingegen ist zusätzlich ein Druckspeicher vorhanden, der vorgespanntes Gas enthält.

Die verschiedenen Ausführungen

Inzwischen gibt es in den Autos viele verschiedene Variationen:

  • Frontairbag
  • Seitenairbag
  • Kopfairbag
  • Knieairbag
  • Sitzpolsterairbag
  • Rücksitzairbag
  • Heckairbag
  • Gurtairbag
  • Fußgängerairbag
  • Motorradairbag

Die Entwicklung hat im Laufe der Jahre einiges hervorgebracht. Wichtig bleibt aber: Unbedingt anschnallen beim Autofahren! Ein Air Bag ist nur eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme. Ist man während der Autofahrt nicht angeschnallt, kann es trotzalledem zu schweren bis tödlichen Verletzungen kommen.

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