Anschnallpflicht für Kinder

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19. September 2014 at 10:41  •  Posted in Sicher im Auto by  •  0 Comments

In vielen Umfragen wird immer wieder deutlich, dass viele Autofahrer nicht hinreichend über die Anschnallpflicht von Kindern informiert sind. Dabei sind sie das Wertvollste, das wir besitzen. Im Rahmen einer Studie wurden 1000 Erwachsene befragt und nur 750 wussten, dass es eine Altersgrenze für die Benutzung von Kindersitzen gibt. Erschreckender war aber, dass nur rund die Hälfte der Befragten wusste, dass Kinder bis zu einer bestimmten Körpergröße einen Kindersitz haben müssen.

Anschnallpflicht laut Gesetz

Doch wie ist die Anschnallpflicht für Kinder gesetzlich verankert?
Paragraph 21 Absatz 1a der StVOausgeschrieben die Straßenverkehrsordnung – sagt dazu Folgendes:

"Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 cm sind, dürfen in Kraftfahrzeugen auf Sitzen, für die Sicherheitsgurte vorgeschrieben sind, nur mitgenommen werden, wenn Rückhalteeinrichtungen für Kinder benutzt werden, die den genannten Anforderungen* genügen und für das Kind geeignet sind."

Anschnallpflicht Auto Indonesien Kinder

Nicht in allen Länder gibt es eine gesetzlich geregelte Anschnallpflicht

Dies bedeutet: Sind Kinder also jünger als 12 Jahre oder kleiner als 1,50 m, dann muss ein geeignetes Rückhaltesystem genutzt werden, wenn diese Kinder in einem Auto mitfahren. Generell gilt dies für alle Sitze, die über einen Sicherheitsgurt verfügen. Ein Kindersitz Test gibt Aufschluss über die je nach Gewicht und Körpergröße geeigneten Modelle. Gesetzlich geregelt ist auch die Nutzung von Kinderschutzsystemen, die rückwärts zur Fahrtrichtung auf dem Beifahrersitz eingesetzt werden. Verfügt der Beifahrersitz über einen Airbag, dann darf ein solcher Kindersitz nicht genutzt werden, es sei denn, das Airbag-System wurde von einer Fachwerkstatt abgeschaltet.

Ausnahmeregelungen

Natürlich gibt es zu jeder Regel, hier also der Anschnallpflicht, auch Ausnahmen. Diese sind in § 21 Absatz 1a unter Punkt 2 der StVO wie folgt aufgeführt:

  1. "ist in Kraftomnibussen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t
    Satz 1 nicht anzuwenden,
  2. dürfen Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr auf Rücksitzen mit den
    vorgeschriebenen Sicherheitsgurten gesichert werden, soweit wegen der Sicherung
    anderer Kinder mit Kinderrückhalteeinrichtungen für die Befestigung weiterer
    Rückhalteeinrichtungen für Kinder keine Möglichkeit besteht,
  3. ist
    a) beim Verkehr mit Taxen und
    b) bei sonstigen Verkehren mit Personenkraftwagen, wenn eine Beförderungspflicht
    im Sinne des § 22 des Personenbeförderungsgesetzes besteht, auf Rücksitzen die
    Verpflichtung zur Sicherung von Kindern mit amtlich genehmigten und geeigneten
    Rückhalteeinrichtungen auf zwei Kinder mit einem Gewicht ab 9 kg beschränkt,
    wobei wenigstens für ein Kind mit einem Gewicht zwischen 9 und 18 kg eine Sicherung
    möglich sein muss; diese Ausnahmeregelung gilt nicht, wenn eine regelmäßige
    Beförderung von Kindern gegeben ist."

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Ausnahmen der Anschnallpflicht die Fahrzeuge betreffen, bei denen aus technischen Gründen keine Möglichkeit besteht, solche Rückhalteeinrichtungen zu installieren. Zur Sicherheit sollten Kinder dann allerdings nur auf dem Rücksitz Platz nehmen und sicher mit dem Dreipunktgurt angeschnallt werden.

Anschnallpflicht für die großen Kleinen

Auch wenn sich Kinder immer wieder gegen ein Rückhaltesystem oder den Sicherheitsgurt wehren, gilt für Kinder eine generelle Anschnallpflicht. Für die Durchsetzung der Umlegung des Gurtes sind die Erziehungsberechtigten bzw. die Aufsichtspersonen zuständig. Sind die Alterskriterien oder die Größe erreicht, dann muss kein spezieller Kindersitz mehr genutzt werden. Für das Kind besteht dennoch eine Anschnallpflicht mit dem vorhandenen „normalen“ Dreipunktgurt. Bis zu einem Körpergewicht von 25 kg gibt es spezielle Fangkörpersysteme. Hierbei werden die Kinder mit dem Beckengurt fixiert. Auf keinen Fall darf als Sitzerhöhung nur ein einfaches Kissen verwendet werden. Ebenso ist auf den richtigen Sitz des Beckengurtes zu achten, denn wenn dieser falsch sitzt, kann es bei einem Unfall zu schwersten inneren Verletzungen kommen.

Sicherheit im Taxi – auch für mein Kind

Anschnallpflicht Babyschale Gurt

Damit auch die Kleinsten sicher sind – Anschnallpflicht für die Babyschale im Auto (c) Kraftprotz / pixelio.de

Bisher gab es weder für den Taxifahrer noch für die Fahrgäste eine Anschnallpflicht, wenn eine Taxifahrt anstand. Die Bundesregierung will das jetzt ändern und eine Pflicht zum Anschnallen einführen. Dies gilt besonders, wenn die Fahrgäste Kinder sind. Sowohl der Taxifahrer als auch die Eltern müssen auf die Anschnallpflicht achten. Neugeborene und Kleinkinder bis zu einem Alter von 15 Monaten unterliegen ebenso der Anschnallpflicht und dürfen jetzt nur noch in einer Babyschale transportiert werden. Diese Babyschale muss mit dem vorhandenen Sicherheitsgurt gegen die Fahrtrichtung oder seitlich befestigt werden. Weigern sich Eltern dies zu akzeptieren, dann kann der Taxifahrer die Beförderung verweigern. Transportiert das Taxi dennoch die Fahrgäste, ohne auf die Pflicht zum Anschnallen zu bestehen, droht ihm ein Bussgeld – siehe neuer Bussgeldkatalog 2014 – in Höhe von 25 Euro. Wer mit seinen Kindern im Ausland Taxi fahren muss, der sollte im eigenen Interesse darauf achten, dass er und in erster Linie die Kinder angeschnallt sind, denn in vielen Ländern bestehen andere Regelungen bezüglich der Anschnallpflicht.

* die genannten Anforderungen bezüglich der Anschnallpflicht betreffen bestimmte Richtlinien, die vom Rat und dem Europäischen Parlament festgelegt werden. Welche das sind, kann hier nachgelesen werden.
 

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