Mit dem Notrufsystem eCall Menschenleben retten

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6. März 2015 at 10:19  •  Posted in Sicher im Auto, Sicher im Verkehr, Sicherheitstipps by  •  0 Comments

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist in Deutschland auch im Jahr 2013 wieder angestiegen. Glücklicherweise ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 2,8% gesunken. Um diesen Fakten weiterhin entgegen zu wirken, soll das digitale Notrufsystem eCall Pflicht in allen Neuwagen werden, allerdings erst ab dem 31. März 2018. Wie genau das System arbeitet und welche Informationen empfangen werden, ist noch nicht vollständig geklärt.

ecall Verkehrsunfälle 2013_destatis

Durch das Notrufsystem eCall sollen die Unfälle mit Personenschaden weiter reduziert werden – Quelle: destatis.de

Der ADAC unterstützt eCall

Hierdurch sollen bei Unfällen oder anderen Notsituationen jährlich 2500 Leben gerettet werden, informiert der ADAC (Quelle: adac.de). Damit das Notrufsystem noch effektiver zu nutzen ist, soll die Notrufzentrale, außer in der Landessprache, auch in Englisch verfügbar sein. Es ist zudem wichtig eCall so zu verbauen, dass dieses bei Unfällen absolut zuverlässig arbeitet. Auch die Integrierung einer Pannenruf-Taste ist ein sinnvoller Vorschlag, damit das Notrufsystem eCall nicht überlastet wird. Damit die Notrufzentrale den Unfallwagen genau identifizieren kann, ist es wichtig, dass eCall so konzipiert ist, dass der jeweilige Wagen fehlerfrei aufgespürt werden kann und keine Verwechslung mit anderen Fahrzeugen stattfindet.

Die Einführung des Systems

eCall Hilfe

Durch eCall kommt schnell Hilfe bei einem Unfall.
©iStock.com/roberthyrons

Bereits im Jahr 1982 testete die Bundesanstalt für Straßenwesen ein System, welches eCall ähnelte. Hierbei handelte es sich um ein Funkgerät, welches in das Armaturenbrett von Kraftfahrzeugen integriert werden konnte. Da dieses System besonders kostenintensiv war und nur wenige Interessierte ansprach, konnte es sich nicht durchsetzen. Autohersteller wie Volvo, BMW und Peugeot entwickelten einige Jahre später ihr eigenes kostenpflichtiges System, welches Anklang in der Bevölkerung fand. Auch in Österreich gibt es seit 2012 über 50.000 Autos, welche über ein Notruf System verfügen. Im Jahr 2011 plante die Europäische Kommission die verbindliche Einführung von eCall für das Jahr 2015. Die Einführung verzögert sich jedoch aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Am 15. April 2014 wurde jedoch beschlossen, dass ab dem 31. März 2018 alle Neuwagen mit dem intelligenten System ausgestattet werden sollen.

Die Funktionen des Notrufsystems

eCall Hilfe Rettungswagen

Mit eCall ist ein Rettungswagen schnell an der Unfallstelle.
©iStock.com/Iampixels

Bei einem Unfall soll das System einen automatischen Anruf bei der Notfallhotline 112 tätigen. Hierbei wird die Position des verunfallten Wagens automatisch übertragen und somit kann sich die benötigte Hilfe schneller auf den Weg zum Unfallort begeben. Es ist zudem möglich, dass die Insassen des verunglückten Autos mit dem Notfallteam kommunizieren können. Das System ist nicht nur durch einen Unfall auszulösen, auch eine manuelle Betätigung ist möglich. Dies hat den Hintergrund, dass Unfallzeugen Hilfe rufen können, wenn diese einen schweren Unfall miterleben.

Neben den genauen Koordinaten des Unfallorts soll das Programm folgende Daten speichern:

  • die Unfallzeit
  • die Fahrtrichtung des Fahrzeugs
  • die Identität des Fahrzeugs
  • die Art des ausgelösten Alarms (automatisch/manuell)
  • die Identität des Serviceanbieters
  • die Anzahl der Fahrzeuginsassen
  • die Schwere des Unfalls

Optional können auch diverse Fakten wie nicht angelegte Sicherheitsgurte oder eine eventuelle Überschlagung des Fahrzeugs angezeigt werden.

Fazit

Mit dem Notrufsystem eCall kann eine schnelle Hilfe gewährleistet werden. Außerdem ist es nicht nur für den Verunfallten hilfreich. Auch Ersthelfer können darüber einen Notruf absetzen. Ob die technische Umsetzung stets einwandfrei funktioniert, wird sich allerdings erst nach der Einführung herausstellen.

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