Rettungsgasse: Wie wird sie gebildet?

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9. Februar 2018 at 18:01  •  Posted in Sicher im Verkehr by  •  0 Comments

Eine Rettungsgasse kann bei einem Unfall über Leben oder Tod entscheiden. Polizei, Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge müssen bei Stau schnell zur Unfallstelle gelangen. Dies funktioniert nur, wenn sie eine freie Spur haben. Wer keine Rettungsgasse bildet, riskiert ein hohes Bußgeld und unter Umständen sogar eine Strafanzeige. Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer sollten daher wissen, wie sie korrekt und sicher eine Rettungsgasse bilden.

Rettungsgasse bilden: So verhalten sich Autofahrer richtig

Rettungsgasse bilden auf der Autobahn

Hier bilden Autofahrer eine Rettungsgasse auf der Autobahn © istockphoto.com/erwo1

Eine Rettungsgasse zu bilden ist manchmal leichter gesagt als getan. Viele Autofahrer sind sich unsicher, wann, wo und wie sie eine Durchfahrt für Rettungs- und Bergungsfahrzeuge freihalten sollen. Hier die wichtigsten Punkte:

Wann kann man eine Rettungsgasse bilden?

Eine Notgasse wird immer dann gebildet, wenn der Verkehr ins Stocken oder zum Erliegen kommt. Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass bereits ab Schrittgeschwindigkeit eine freie Spur als Rettungsgasse zu bilden ist. Denn wenn erst einmal alles dicht an dicht steht, ist kaum noch Platz zum Rangieren. Egal ob Unfall, Baustelle, Glatteis, Aquaplaning oder eine zu hohe Verkehrsdichte: Die Ursache für den Stau beziehungsweise den zäh fließenden Verkehr spielt erst einmal keine Rolle.

Wo kann man eine Rettungsgasse bilden?

Autobahn oder Landstraße: Eine Notspur muss auf allen mehrspurigen Straßen gebildet werden. Eine Rettungsgasse kann auch innerorts erforderlich sein. Nämlich dann, wenn die Straße so ausgebaut ist, dass eine Notspur überhaupt möglich ist.

Wie kann man eine Rettungsgasse bilden?

Eine Rettungsgasse wird immer zwischen dem ganz linken Fahrstreifen und den Spuren daneben gebildet. Das heißt: Verkehrsteilnehmer auf dem linken Fahrstreifen fahren so weit wie möglich nach links, alle anderen so weit wie möglich nach rechts. Autofahrer auf der ganz rechten Spur sollten aber dennoch den Standstreifen freihalten. Ein Video des ADAC veranschaulicht, wie es geht:

Zusätzlich sollten die Autofahrer links ihre Fahrzeuge etwas seitlich nach links einschlagen, Autofahrer auf der rechten Spur etwas nach rechts, sodass die Kolonne wie ein sich öffnender Reißverschluss aussieht. So ist nämlich mehr Spielraum zum Rangieren, falls die Rettungsgasse nicht breit genug ist.

Wichtig: Die Rettungsgasse erst dann wieder auflösen, wenn der Verkehr wie gehabt weiterrollt.

Warum eine Rettungsgasse Leben retten kann

Bei einem Unfall zählt oft jede Minute. Schwerverletzte Menschen müssen so schnell wie möglich versorgt werden. Nicht selten sind Bergungskräfte oder die Feuerwehr nötig, um Menschen aus dem Fahrzeug zu befreien. Ist der Weg zur Unglücksstelle versperrt, hat dies fatale Folgen. Notärzte müssen dann vielleicht mehrere Kilometer laufen, um zu den Verletzten zu kommen und können diese dann nicht abtransportieren. Eine Bergung, für die schwere Geräte nötig sind, ist erst gar nicht möglich. Es ist daher nicht übertrieben zu sagen, dass eine Rettungsgasse über Leben oder Tod entscheidet. Der Stand- beziehungsweise Pannenstreifen ist übrigens keine Alternative. Zum einen ist er nicht immer vorhanden. Zum anderen kann es sein, dass ein Pannenfahrzeug den Weg der Einsatzfahrzeuge versperrt.

Keine Rettungsgasse gebildet: Diese Strafen drohen

Keine Rettungsgasse zu bilden, kann einen teuer zu stehen kommen. Bei der Ordnungswidrigkeit werden 200 Euro Bußgeld sowie zwei Punkte im Verkehrszentralregister fällig. Bei Behinderung oder Gefährdung sind es bis zu 320 Euro und ein Monat Fahrverbot. Bei einer schweren Behinderung ist sogar eine strafrechtliche Verfolgung möglich. Die schlimmste Strafe überhaupt ist es aber natürlich, Mitschuld am Tod eines Menschen zu haben – der wichtigste Anreiz, immer eine Notspur zu bilden.

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